Erstes Treffen des Schuljahres für unsere Leitungen in den ersten fünf Dienstjahren.
In weiterentwickelter Form hat die Schulstiftung der Erzdiözese Wien unter ihrem Pädagogischen Geschäftsführer Constantin Haider und der Bereichsleitung Eva Lindl das Format für Leitungen in den ersten fünf Dienstjahren neu aufgestellt. Beim ersten Treffen von „Young Leadership“ kamen Führungskräfte aus unterschiedlichen pädagogischen Bereichen zusammen, um sich über ihre Führungsaufgaben auszutauschen, neue Perspektiven zu gewinnen und voneinander zu lernen.
Die ersten Jahre in einer Leitungsfunktion sind eine besonders prägende Zeit. Neue Verantwortung, vielfältige Erwartungen und die tägliche Gestaltung des Schullebens verlangen Klarheit, Gelassenheit und ein gutes Gespür für Menschen. Young Leadership bietet dafür einen geschützten Rahmen: einen Ort, an dem Fragen gestellt, Erfahrungen geteilt und Führungshaltungen gemeinsam reflektiert werden können.
Den geistlichen Impuls bildete eine Stelle aus dem ersten Buch der Könige (1 Kön 3,9): Der junge König Salomo bittet Gott nicht um Reichtum oder Macht, sondern um ein „hörendes Herz“, um sein Volk gut leiten zu können. Diese Bitte trägt auch heute: Führung beginnt mit dem Zuhören, mit der Offenheit für die Menschen, die uns anvertraut sind, und mit der Bereitschaft, Entscheidungen im Dialog zu treffen. Gerade für junge Leitungen ist dieses Bild ermutigend, denn es zeigt, dass gute Führung nicht mit fertigen Antworten beginnt, sondern mit einer wachen und offenen Haltung.
Daran knüpfte der Input unserer erfahrenen Bereichsleiterin Eva Lindl an. Sie lud dazu ein, die eigenen blinden Flecken in der Führung in den Blick zu nehmen, und stellte dafür das Bild der sichtbaren und unsichtbaren Landkarte einer Schule vor. Auf der sichtbaren Landkarte finden sich Strukturen, Zuständigkeiten und Abläufe. Mindestens ebenso prägend ist jedoch die unsichtbare Landkarte: Beziehungen, Rituale, gewachsene Traditionen und ungeschriebene Regeln, die das Miteinander einer Schulgemeinschaft bestimmen. Wer eine Schule gut leiten will, muss hinhören, andere wahrnehmen und auch das erkennen, was nicht auf den ersten Blick sichtbar ist. So schloss sich der Kreis zum hörenden Herzen des Salomo.
In einer offenen und vertrauensvollen Atmosphäre nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, die Landkarten ihrer eigenen Standorte zu betrachten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll der ehrliche Austausch unter Kolleginnen und Kollegen ist, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen, und wie sehr man vom Blick der anderen auf die eigene Praxis profitieren kann.
Gemeinsam Bildung weiterdenken, Führung erlebbar machen und voneinander lernen: Das ist der Anspruch dieses Formats, und er wurde beim ersten Treffen spürbar eingelöst. Weitere Termine im Laufe des Schuljahres werden an diese Impulse anknüpfen, relevante Themen im Schulalltag aufgreifen und das Netzwerk unserer Leitungen weiter stärken.
Wir sind stolz auf unser großartiges Leitungsteam, das Tag für Tag Verantwortung übernimmt und unsere Bildungseinrichtungen mitgestaltet. Ihr seid ein wichtiger Teil unserer Schulstiftung. Danke für euren Einsatz!
