Donnerstagabend kamen Leiter:innen und Pädagog:innen der Schulstiftung zu einem Besinnungsabend in der Fastenzeit zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, was es bedeutet, österlich zu lebengerade im Alltag von Schule und Pädagogik.

Mag. Georg Nuhsbaumer brachte – wie schon im Advent – persönliche Fragen zur Selbstreflexion mit. Bei einem gemeinsamen Spaziergang durch den Schulgarten des Sacré Coeur Wien konnten die Teilnehmer:innen darüber ins Gespräch kommen und ihre Gedanken miteinander teilen.

Ausgangspunkt der gemeinsamen Betrachtung war ein Abschnitt aus dem Zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther (Kapitel 4). Darin beschreibt Paulus den Menschen als etwas Zerbrechliches – als ein Gefäß, das zwar fragil ist, aber dennoch etwas Kostbares in sich trägt. Dieses Bild wurde zum Leitgedanken des Abends.

Ein eindrücklicher Vergleich machte dies greifbar: Ein Paket, das mit dem Aufkleber „fragil“ gekennzeichnet ist, wird automatisch vorsichtiger behandelt. Auch wir Menschen tragen gewissermaßen solche „Aufkleber“. Unsere Verletzlichkeiten und Unsicherheiten prägen, wie wir mit uns selbst und miteinander umgehen.

Gerade im pädagogischen Alltag ist es jedoch oft schwierig, diese Zerbrechlichkeit wahrzunehmen – bei sich selbst ebenso wie bei anderen. Die Rolle als Pädagogin oder Pädagoge verlangt häufig Stärke und Präsenz. Der Abend erinnerte jedoch daran, dass auch im Sichtbarwerden von Schwäche etwas Wertvolles liegen kann.

Ein weiterer Gedanke lautete: Dort, wo etwas weh tut, verbirgt sich oft auch etwas Besonderes. Schmerz, Brüche und Herausforderungen können Orte sein, an denen Hoffnung wächst. In der christlichen Perspektive verbinden sich damit Verheißung, Vertrauen und das Wissen, dass aus dem Zerbrochenen Neues entstehen kann. Manchmal wird Zerbrochenes sogar noch wertvoller – wie in der japanischen Kunst des Kintsugi, bei der Risse nicht versteckt, sondern bewusst sichtbar gemacht werden.

„Für wen möchte ich beten?“, war die abschließende Frage, die Mag. Georg Nuhsbaumer stellte – die Antwort kam auf vorbereitete Zettel, die zum Altar gebracht wurden.

Die kontemplative Selbstreflexion wurde musikalisch von Schülerinnen und Schülern der Volksschule des Sacré Coeur Wien umrahmt. Der Abend bot Raum für Stille, Austausch und neue Perspektiven. Constantin Haider bedankte sich bei allen Teilnehmer:innen für ihr Mittun. Bei Speis und Trank klang der Abend schließlich in vielen verbindenden Gesprächen aus.