Forum Sacré Coeur: Digitale Verantwortung und Menschenwürde im Mittelpunkt
Beim jüngsten Forum Sacré Coeur durfte das Gymnasium Sacré Coeur Wien die renommierte Digitalethikerin Prof. Sarah Spiekermann-Hoff von der Wirtschaftsuniversität Wien begrüßen. Der Abend widmete sich einem Thema, das Schulen, Familien und Gesellschaft gleichermaßen bewegt: Wie gelingt ein verantwortungsvoller, menschenfreundlicher Umgang mit Künstlicher Intelligenz und digitalen Technologien?
Menschenwürde bewahren – auch im Digitalen
Spiekermann-Hoff betonte, dass technologische Entwicklungen immer Auswirkungen auf das Leben von Menschen und auf die Schöpfung haben. Deshalb brauche es Tugenden wie Maßhalten, Achtsamkeit und die Bewahrung der eigenen Würde – Werte, die im christlichen Menschenbild fest verankert sind. Ihre zehn Regeln für eine digitale Welt, angelehnt an die Zehn Gebote, verstehen sich als Richtschnur für ein gutes, freies und bewusstes Leben im Zeitalter der KI.
Digitale Souveränität als Bildungsauftrag
Moderator Dr. Henning Klingen (Kathpress) hob hervor, dass Bildungseinrichtungen eine wichtige Aufgabe haben: Kinder und Jugendliche müssen befähigt werden, digitale Medien reflektiert zu nutzen und sich nicht von Algorithmen steuern zu lassen. Die von Spiekermann-Hoffs „The Future Foundation“ empfohlenen Altersgrenzen – kein Smartphone bis 16, kein Social Media bis 18 – verweisen auf die Bedeutung gesunder Reifungsprozesse und eines gestärkten Selbstschutzes.
Der Mensch braucht echte Begegnung
Besonders eindrucksvoll war Spiekermann-Hoffs Hinweis auf die Bedeutung von Muße, Naturkontakt und analoger Gemeinschaft. Studien zeigen, dass der Verzicht auf das Smartphone das Wohlbefinden junger Menschen deutlich steigern kann. Gerade hier bieten katholische Schulen einen wertvollen Beitrag: Räume für persönliche Begegnung, vielfältige Begabungsförderung, geistige Resonanzen und ein Leben mit und in der Natur und das Kennenlernen anderer Kulturen.
Globale Verantwortung der Technik
Die Expertin zeigte auf, dass KI nicht nur Chancen bietet, sondern auch ökologische und soziale Herausforderungen mit sich bringt – vom Energieverbrauch großer Rechenzentren bis zu Rohstoffkonflikten. Ein reflektierter Umgang mit Technologie ist daher auch eine Frage der Schöpfungsverantwortung und der globalen Gerechtigkeit, zentrale Anliegen der katholischen Soziallehre.
Ein Abend im Zeichen von Orientierung und Ermutigung
Der gut gefüllte Barat-Saal zeigte das große Interesse von Schüler:innen, Eltern, Lehrkräften und Absolvent:innen. Die Botschaft des Abends: Technologie braucht Werte – und junge Menschen brauchen Orte, an denen sie lernen, mit Freiheit, Verantwortung und Haltung in einer digitalen Welt zu leben. Präsentiert wurde auf Pinnwänden auch, was die Schüler:innen der 6. Klassen zum Thema KI bereits im Unterricht erarbeitet hatten.
Fotos: Gymnasium Sacré Coeur Wien
Die Kathpress hat erst kürzlich zum Thema Spiritualität macht Menschen resilienter im Umgang mit KI berichtet.










