Kinderschutz Symposium

Schützt die Verwundbarsten

Beim Symposium Kinderschutz am 25. Jänner diskutierten Expertinnen und Experten Strategien gegen Gewalt und sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Kirchlich Pädagogischen Hochschule (KPH), dem Bildungsreferat der Ordensgemeinschaften, den Jesuiten und der Stabstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention der Erzdiözese Wien organisiert.

„Schützt die Verwundbarsten: Prävention von sexuellem Missbrauch, eine bleibende Aufgabe“ lautete der Beitrag von Prof. Dr. Hans Zollner SJ. Der Theologe und Psychotherapeut lehrt am Institut für Psychologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana und ist seit 2014 Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen.

Zollner appellierte in seinem Vortrag, die Stimme der Betroffenen hörbar zu machen und ihnen zuzuhören. Prävention sieht er als einen Auftrag an alle. „Das Ziel ist, die Verminderung von Risikofaktoren und die Erhöhung von Schutzmaßnahmen, um sexuelle Gewalt im Vorhinein zu verhindern“, so Hans Zollner. Erfolgreiche Präventionsarbeit beginne bei der Information von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen. Hier gelte es vor allem, das Bewusstsein zu fördern:  „Was mache ich, was ist zu tun, wohin wende ich mich, wenn ich davon höre, sehe oder betroffen bin. Bauliche Maßnahmen in Schulen, Kindergärten und Horten und die Frage, wie organisiere ich Freizeiten und Ausflüge sind weitere wichtige Faktoren für eine erfolgreiche Präventionsarbeit“, so Hans Zollner.

Privatschulen der Erzdiözese setzen auf Prävention und Aufklärung

Magª Elisabeth Halmer, Verantwortliche für Missbrauchs- und Gewaltprävention an den Privatschulen der Erzdiözese Wien skizzierte in ihrem Vortrag die neue Anlaufstelle für Informationen und Austausch für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Schulamts der Erzdiözese sowie für alle Privatschulen der Erzdiözese Wien.

Wichtig ist der Präventionsbeauftragten, zu schauen, was es brauche, dieses Thema anzusprechen und damit umzugehen. Enge Abstimmungen mit den Schulleitungen, Fortbildungen und ein vertrauensvollen Rahmen sollen allen Beteiligten die Scheu nehmen, sich bei einer Beobachtung oder einem Verdacht zu melden.

Schutz und Kooperation auf allen Ebenen in den Schulen

Magª Martina Greiner-Lebenbauer von der Stabstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention der Erzdiözese Wien betonte ebenfalls, dass Präventionsarbeit dem Schutz diene und ein Ziel sein müsse, dem sich alle anschließen sollten. Vernetzung und Kooperationen seien hier sehr wichtig. Das beinhalte für Schulen Selbststärkungskurse, Theaterstücke, Informationen über Kinderrechte sowie medienpädagogische und sexualpädagogische Aufklärung. Pädagoginnen und Pädagogen sollten unterstützt werden, aus der eigenen Sprachlosigkeit herauszufinden sowie Möglichkeiten bekommen, eigene Gewalterfahrung zu reflektieren. Leitungen könnten hier strukturell unterstützen, indem sie Ressourcen für die Umsetzung dieser Präventionsarbeit zur Verfügung stellen. Die Etablierung einer Diskussionskultur sei ein weiterer wichtiger Schritt, um Widerstände, die sich meist auf Angst begründen, aufzubrechen, so Greiner-Lebenbauer.

Kostenlose Unterstützung

MagªAnnelies Strolz, Leiterin des Kinderschutzzentrums „Möwe“ ist seit mehr als 25 Jahren im Kinderschutz tätig und bietet kostenlose Unterstützung für alle Fragen zu Gewalt und sexuellem Missbrauch. Im Zusammenhang mit Schulen gebe es neben der Krisenhilfe eine Reihe an präventiven Angeboten wie Workshops, das „Trau Dich Projekt“ sowie Elternbildung und Weiterbildung für Pädagoginnen und Pädagogen. „Kinderschutz kann nicht alleine passieren, es braucht ganz viele, die mittun und mitdenken, um sich gegenseitig zu ermutigen,“ so Annelies Strolz.

 

Weitere Informationen:

Stabstelle für Missbrauchs- und Gewaltprävention der Erzdiözese Wien

www.hinsehen.at

Kinderschutzzentrum Die Möwe

http://www.die-moewe.at

CCP Centre for Child Protection

http://childprotection.unigre.it

http://ccpblog.unigre.it