Europäisches Komitee für das Katholische Schulwesen

Katholische Schulen gibt es heute weltweit und diverse Institutionen dienen der Vernetzung auf internationaler Ebene. Ein für die österreichischen Schulen wichtiger Zusammenschluss ist das Europäische Komitee für das Katholische Schulwesen, kurz CEEC. Ende Oktober trafen sich Delegierte aus 20 europäischen Staaten und aus den USA im schottischen Glasgow, um sich auszutauschen über die jeweiligen nationalen Entwicklungen und Herausforderungen für das katholische Schulwesen.

Präsentiert und diskutiert wurden verschiedene Initiativen und Projekte aus den einzelnen Ländern. „Und obwohl sich die konkrete Situation der katholischen Privatschulen in den einzelnen Ländern – bedingt durch historische Entwicklungen und aktuelle politische Konstellationen – teils sehr unterschiedlich darstellt, hat sich doch gezeigt, dass wir alle vor ähnlichen Herausforderungen stehen“, lautet ein Resümee von Marie-Theres Igrec, wissenschaftliche Assistentin im Erzbischöflichen Amt für Schule und Bildung. Sie nahm als Vertreterin der österreichischen Schulamtsleiterkonferenz (SALK) an der CEEC-Tagung teil.

Ein beherrschendes Thema ist demnach die gesellschaftliche Positionierung des katholischen Privatschulwesens angesichts eines fortschreitenden Säkularismus und einer wachsenden religiösen Pluralität.

Schule als „Labor für interkulturellen und interreligiösen Dialog“

Ein Vortrag im Rahmen der Tagung widmete sich denn auch dem Thema „A Catholic School: Laboratory for Intercultural und Interregligious Dialogue“: Tagungsteilnehmerin Myriam Gesché gab Einblick in die sehr spezielle Situation der katholischen Privatschulen im frankophonen Belgien. Dort besuchen rund 50 Prozent der SchülerInnen aufgrund der spezifischen historischen Entwicklung eine katholische Schule, wie Gesché berichtete. Im kosmopolitischen Brüssel resultiert dies etwa in katholischen Schulen, an denen rund 90 Prozent der SchülerInnen muslimischen Glaubens sind. Und dies, obwohl an den Schulen alle Kinder und Jugendlichen den katholischen Religionsunterricht verpflichtend besuchen. Im starken Bemühen, die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern, wurde in Belgien daher das Modell der „Dialog-Schulen“ entwickelt.

Mehr zum belgischen Modell im Bericht zur Fachkonferenz Anfang Oktober in Eichstätt 

Jubiläum für Gastgeberland Schottland

Ein weiterer Themenschwerpunkt des CEEC-Treffens im Oktober kam vom Gastgeberland Schottland: Denn dort begeht man im aktuellen Jahr 2018 das hundertjährige Jubiläum des sogenannten „Education Act“. Mit diesem Schulgesetz wurde einst das schottische katholische Privatschulwesen dem öffentlichen Schulwesen gleichgestellt und kam damit erst in den Genuss aller Rechte und Subventionen, wie sie die staatlichen Schulen bereits erhielten. Ein Jahr lang wurde unter dem Motto „Catholic Schools Good for Scotland“ aufgezeigt, welchen positiven Beitrag das katholische Schulwesen für Schottland und seine Gesellschaft geleistet hat und weiter leistet.

Tagung zu interkulturellen und interreligiösen Herausforderungen

Ein kulturelles Rahmenprogramm mit verschiedenen Besichtigungen begleitete das CEEC-Treffen in Glasgow. Zum Abschluss gab es für die Delegierten einen Ausblick auf die kommenden Versammlungen und Tagungen: Im März 2019 wird es beispielsweise in Brüssel um das weiterhin hochaktuelle Thema „The Catholic School and the Intercultural and Interreligious Challenges“ gehen, im Juni folgt der Weltkongress des Internationalen Katholischen Büros für Unterricht und Erziehung (OIEC) in New York unter dem Titel „Educating to Fraternal Humanism to Build a Civilization of Love“.

HINTERGRUND | Internationale Zusammenschlüsse zum katholischen Schulwesen
Die Anfänge Europas machen deutlich, wie sehr das katholische Schulwesen europäische Bildungsgeschichte geschrieben hat. Der Hl. Benedikt von Nursia gilt als ein Schutzpatron Europas – noch zu seinen Lebzeiten wurden Schulen in den benediktinischen Klöstern zu einer festen Einrichtung. Tatsächlich sind die ältesten Schulen des Kontinents katholische Schulen, Klosterschulen oder Domschulen wie beispielsweise St. Gallen in der Schweiz oder Melk in Österreich. Nach einer sehr wechselvollen Geschichte über die Jahrhunderte hinweg gibt es heute katholische Schulen auf allen Kontinenten. 1954 kam es dank einer niederländische Initiative zunächst zur Gründung des weltweit aktiven Internationalen Katholischen Büros für Unterricht und Erziehung (OIEC). Nach und nach entstanden eigene Sektionen auf den einzelnen Kontinenten, wobei der europäischen Sektion aufgrund ihres starken Engagements von Beginn an eine besondere Rolle zukam. 1974 kam es schließlich zur formellen Gründung des Europäischen Komitees für das Katholische Schulwesen (CEEC).

Europäisches Komitee für das Katholische Schulwesen (CEEC)­ – http://www.ceec.be
Internationales Katholisches Büro für Unterricht und Erziehung (OIEC) – http://oiecinternational.com