150 Jahre Sacré Coeur Wien

Drei Tage lang stand der Campus Sacré Coeur ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 150 jährigen Jubiläum. Dem Festakt am 24.Mai folgten der große Gemeinschaftstag und der Jubiläumsball.

ORF-Moderator Tarek Leitner moderierte den Festakt und Generalvikar Dr. Nikolaus Krasa, Aufsichtsratsvorsitzender der Schulstiftung der Erzdiözese Wien, übernahm die Begrüßung der zahlreich erschienenen Festgäste. Generalvikar Krasa verwies auf die enorme Bedeutung der Wurzeln und des geordneten Fundaments, worauf katholische Schulen und das Sacré Coeur bauen: „Hier wird es jungen Menschen ermöglicht, dass sie in eine Welt hineinwachsen können und diese komplexe Welt als geordnetes Ganzes begreifen und erleben lernen können.“ Die tragenden Säulen der Sacré Coeur Gemeinschaft, Verantwortung, Glaube, Intellekt, Wachstum und Gemeinschaft standen auch im Mittelpunkt des Festvortrags von SR. Dr. Suzanne Cook, Direktorin des Sacré Coeur Netzwerkes in den USA und Kanada. Sie appellierte an alle, diese Bildungsziele als Erben von Sophie Barat‘s Vision weiterzutragen: „Wir leben heute in einer komplexen Zeit des Wandels und der Unsicherheit, in der Werte und Glaube ständig herausgefordert werden. Sophie würde es wollen, dass wir die Welt als Erziehende mit Mitgefühl und Solidarität im Sinne Jesu Christi betrachten.“ SR Cook betonte auch die Wichtigkeit, mehr auf die Kinder zu hören: „Diese Sensibilität macht uns als Lehrende und Erziehende aus. Die Wahl unseres Berufes treffen wir aus der Überzeugung. heraus, auf gesellschaftliche Notwendigkeiten zu reagieren. Es ist eine Rolle, die niemals passiv ist.“ Auch im Podiumsgespräch unter dem Motto „Roots that give us wings“ war „Sophie‘s Spirit“ der gemeinsame Nenner. Hofrätin Maga. Andrea Pinz, Leiterin des Erzbischöflichen Amtes für Schule und Bildung: „Schule ist immer Begegnung, wo Menschen zusammenkommen, die sich einem gemeinsamen Gedanken verschrieben haben. Das prägt und verbindet die kirchlichen Schulen.“ Das bestätigten auch die Eltern von SchülerInnen wie der Molekularbiologe Dr. Jürgen Knoblich, und der Meinungsforscher Mag. Wolfgang Bachmayer und ehemalige AbsolventInnen. Am Sacré Coeur werde Weltoffenheit mit Tradition verbunden. Werte sind keine leeren Worte, sondern werden hier durch Vorbilder, Motivation und Zusammengehörigkeit vorgelebt und vermittelt, waren sich alle Podiumsgäste einig.

Tosender Applaus für aufstrebende Talente

Der „Rising Star“ des Wiener Musikvereins und Sacré Coeur Absolvent Emmanuel Tjeknavorian sorgte für die musikalische Umrahmung. Ebenso der achtjährige Kai Gergov, der die zweite Klasse Volksschule des Sacré Coeur besucht. Das gemeinsame, virtuose Duett der beiden Geiger sorgte für berührende Momente und erntete tosenden Applaus.

Fotos: Ingrid Rößler/Sacré Coeur Wien

 

Sophie’s Spirit Day

Am Freitag, 25. Mai, fand dann der große Gemeinschaftstag am Campusgelände statt, der vielfältige Einblicke in 150 Jahre Sacré Coeur Wien bot. Die Wissenschaftsmesse „Science Fair“ zeigte das große und weite naturwissenschaftliche Spektrum des Gymnasium Sacré Coeur. Bei einem Stationenbetrieb wurden die verschiedenen Projekte, die rund um das Jubiläum entstanden sind, präsentiert.

Rauschende Ballnacht

Der vom Elternverein organisierte Jubiläumsball ging am Samstag, 26. Mai in der Imperial Riding School Renaissance Vienna Hotel über die Bühne und beendete die Jubiläumsfeierlichkeiten für dieses Schuljahr.

Tradition und Innovation Sacré Coeur Wien

Gründerzeit in Wien: Ab Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgen zahlreiche Bau- und Stadterweiterungsprojekte wie die Verbauung der Ringstraßenzone, der Bau wichtiger Eisenbahnen sowie des Arsenals und verschiedener Kasernen, die erste Hochquellenwasserleitung, die Donauregulierung, der Stadtpark und das Rathaus. In diese Zeit des architektonischen, kulturellen und technischen Aufbruchs wird auch der Grundstein für das Sacré Coeur Wien gelegt. 1867 kauften die Ordensfrauen des Sacré Coeur das Palais Dietrichstein und nehmen 1868 mit 12 Schülern den Schulbetrieb auf. Ihre Vision ist es, dem Leitbild der Ordensgründerin Madeleine Sophie Barat zu folgen: Die durch das Herz Jesu gebildeten Menschen sollten in Zukunft mit Herz, Verstand und Hand die Welt zu einem bessern und lebenswerten Ort machen.

Um mit dem raschen Anwachsen der Schule Schritt zu halten, werden später weitere Grundstücksankäufe getätigt. 1893 erhält die dem Pensionat und Halbinternat angeschlossene Bürgerschule das Öffentlichkeitsrecht. Während des Ersten Weltkrieges ist in dem Schulgebäude ein Lazarett untergebracht. Zum 50-jährigen Jubiläum wird das Pensionat 1918 wieder eröffnet. 1926 wird das Reform-Realgymnasium eingeführt. 1936 erhält die Schule insgesamt das Öffentlichkeitsrecht und die ersten Ordensschwestern des Hauses beginnen an der Universität zu studieren. Allerdings wird nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 den Ordensschwestern das Unterrichten untersagt. Um überleben zu können, werden während des Zweiten Weltkrieges Teile des Schulgebäudes vermietet und das Gebäude dient abermals als Lazarett. Durch Bombenangriffe wird es beschädigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg werden große Teile der Schulgebäude während der Zeit Wiens als Viersektorenstadt durch die Briten bis 1948 genutzt. Trotzdem kann der Schulbetrieb mit 50 Kindern wieder aufgenommen werden. Es entstehen Kindergarten, Volksschule und Realgymnasium. 1955 erfolgt eine Aufstockung des alten Pensionatsgebäudes und in den 1960er Jahren die Eröffnung einer Turnhalle und eines Studentinnenheimes. 1979 geht die Trägerschaft der Schule im Rahmen eines Bestandsvertrages an die Erzdiözese Wien, inzwischen Schulstiftung der Erzdiözese Wien über. Das Studentinnenheim wird 1989 an die Erzdiözese veräußert und das Gebäude anschließend der Nutzung durch die Volksschule und den Kindergarten zugeführt.
1995 wird ein neuer Trakt errichtet, in dem das Gymnasium untergebracht wird und es werden Sonderunterrichtsräume erstellt. 2002 erfolgt ein Ausbau des Dachbodens, um weitere Klassen sowie eine Chillout-Lounge und Internet-Desks für die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe unterbringen zu können.

Die Schulen des Campus Sacré Coeur

1700 Schülerinnen und Schüler besuchen heute die Schulen des Sacré Coeur Wien. Die Bildung und Förderung junger Menschen, damit sie ihre Zukunft bestmöglich gestalten können steht nach wie vor im Mittelpunkt. Ausgerichtet an den fünf Zielen der Ordensgründerin Madeleine Sophie Barat steht das Sacré Coeur Wien für Leistung und Zuwendung, Weltoffenheit und Vernetzung in internationaler Gemeinschaft sowie Verwurzelung in der Vision und dem Auftrag der Gründerin.
Die Volksschule mit ihren vielfältigen Schwerpunkte im sprachlichen, bildnerischen, musikalischen und sportlichen Bereich bietet einen Raum für Entwicklung und Entfaltung von Begabungen. Dieses pädagogisches Konzept findet sich auch im angeschlossenen Halbinternat wieder. Die Neue Mittelschule in der Fasangasse bereitet auf weiterführende Schulen vor. In Englisch unterrichtet zusätzlich eine AHS-Lehrkraft aus dem Gymnasium Sacré Coeur. Ab der dritten Klasse bereiten die Fächer Wirtschaftliche Orientierung und Französisch auf die HAK vor und Lerncoaching hilft bei der Organisation von Lernprozessen. Das Gymnasium steht für Leistung, Tradition, Zuwendung und Weltoffenheit. Die sprachlichen Schwerpunkte reichen von Englisch bis Chinesisch. Englisch wird zudem in fast allen Fächern als Arbeitssprache verwendet. Das „International Network of Sacred Hearts Schools“ ermöglicht Auslandsaufenthalte und Sprachwochen. Ein hochwertiger naturwissenschaftlicher Schwerpunkt kann ab der ersten Klasse gewählt werden.
In der HAK und Handelsschule, die wie die neue Mittelschule in der Fasangasse beheimatet sind, liegt der Fokus auf Steuer- und Unternehmensberatung sowie auf Sportmanagement. Ein hoher Praxisbezug durch Kooperationen mit der Wirtschaft und ein vielfältiges Sprachenangebot bestätigen die Handelsakademie als internationale Wirtschaftsschule mit hohem Werteanspruch.

www.sacrecoeur.at
www.sc-ball.at